Karl Lagerfeld: Ich liebe die Bedeutung von Rosenthal!
Designer fotografiert neue Kampagne des deutschen Traditionsunternehmens
Schönheit und Perfektion auf höchstem Niveau. Rosenthal steht für Luxus, Lifestyle
und eine besondere Ästhetik - für Produkte, die nicht mehr wegzudenken sind
aus anspruchsvoller Tischkultur und zeitgemäßem Interior. Tradition gepaart
mit Avantgarde, das ist der Grundsatz des weltweit führenden Unternehmens.
Der Schönheit verpflichtet hat sich auch Stardesigner Karl Lagerfeld. Nicht
nur seine Entwürfe für bekannte Modehäuser, auch seine Arbeiten als Fotograf
sind weltbekannt.
Für die neue Rosenthal-Kampagne setzte er das Thema Porzellan in einer außergewöhnlichen
Weise um. "Zwölf Bilder sollte ich machen, geworden sind es etwa sechzig,
denn es hat mir großen Spaß gemacht", sagt Karl Lagerfeld zu seiner Arbeit
für Rosenthal. "Einerseits liebe ich diese Marke, die wahrhaft Teil des
deutschen Erbes ist, andererseits interessiert mich die Arbeit als Verbindung
aus Schönheit und Funktionalität." Mit der exclusiven Selection zeichnet
Lagerfeld sein ganz persönliches Bild von Rosenthal - und das im Sinne des
Wortes: von der Produktauswahl über die Fotografie bis hin zu künstlerischen
Gestaltung der Kampagne.
Mit dem derzeit wohl bekanntesten männlichen Supermodel Brad Kroenig zeigt
der Designer Rosenthal-Porzellan aus einer neuen, ungewöhnlichen Sicht. "Mit
der Wahl eines männlichen Models wollte ich mit dem einem Tafelservice aus
Porzellan und Kristall anhaftenden Klischee der 'Verbürgerlichung' spielen.
Scheint doch der Mann das Gegenteil der Zerbrechlichkeit, Verletzlichkeit dieser
kostbaren Materialien zu verkörpern, doch vielleicht ist das ja nur eine herrliche
Illusion."
Somit schuf der künstlerische Direktor von Chanel, Karl Lagerfeld und
Fendi, der freimütig gesteht, „er liebe die Arbeit um ihrer selbst
willen, nicht um des Ergebnisses willen“ und der „die Liebe zum
Vergänglichen, zum Augenblick, zum Verderblichen, zum nächsten Schritt“ fordert,
die prachtvollen, neuen visuellen Werbeträger der Rosenthal-Kampagne.
Aus Liebe zu diesem Haus.
Etymologisch betrachtet kommt „Rosenthal” nämlich von “Rosen
Thal”, „Bett der Rosen”, was Karl natürlich gefällt
(bedeutet sein Vorname doch „männliche Stärke“ und sein
Nachname „Biwak“, was für einen Nomaden der Luxuswelt seines
Schlags durchaus bemerkenswert ist!).
„Ich liebe die Bedeutung von Rosenthal. Das Leben ist ein Tal voller
Rosen, wählen wir die dornenlosen aus!”, gibt Karl Lagerfeld lächelnd
zu bedenken, eher ehe er seine Bilder kommentiert.
Karl Lagerfeld über seine Bilder:
„Eine Vase, die auf dem Handgelenk eines eleganten Herrn zum Boxhandschuh
wird, das stellt die humorvolle Konfrontation zwischen den Begriffen Zerbrechlichkeit
und Stabilität dar.”
Vase: „Vase of phases“ aus der Rosenthal studio-line; Design:
Dror Benshetrit, 2005
„Ich verabscheue die Vorstellung von Transparenz im Leben. Transparenz
ist eine Illusion. Sie ist ebenso eine Maske wie alles andere. Im diesem speziellen
Fall dagegen wird die Transparenz des Kristalls durch das Schwarz und das Weiß noch
verstärkt.“ Link: Phases im Rosenthal-Katalog
Gläser: Glaskollektionen aus der Rosenthal studio-line und Rosenthal
classic
„Mit der Neuauflage der Statue aus Biskuitporzellan, die von der Rückenansicht
auf den Mann blickend fotografiert wurde, illustrierte ich das deutsche Wortspiel: „Ein
schöner Rücken kann auch entzücken...”
Figur: „Die Sitzende“ aus der Kollektion „Schätze aus
dem Rosenthal-Archiv“; Entwurf: Fritz Klimsch; 1936
„Rosenthal bedeutet „Tal der Rosen”. Ich steckte weiße
Rosen in einen Werbeträger, der auf die altertümliche deutsche Romantik
des 19. Jahrhunderts verweist. Ich selbst bevorzuge das kopflastigere und spirituellere
18. Jahrhundert.” Link:
Die Sitzende auf www.rosenthal.de
Cocktailglas aus Porzellan: „Phases“ aus der Rosenthal studio-line;
Design: Dror Benshetrit; 2005
„Der kleine Hase vor der Teekanne ließ mich an das Universum Lewis
Carrolls denken, verbindet mich doch eine Beziehung höflicher Gleichgültigkeit
mit den Tieren... ”
Hase: „Lachender Hase“ aus der Rosenthal classic; Entwurf: Max
D.H. Fritz; 1930; Dekor: Rosenthal Creative Center; 2008
Teekanne: „TAC Dynamic Gold“ aus der Rosenthal studio-line; Entwurf
der Form: Walter Gropius (1969); Dekor: Rosenthal Creative Center (2008) Link:
TAC Dynamic Gold auf www.rosenthal.de
„Dieser junge Mann, der uns – mit einer Tasse Tee in der Hand
an die Mauer gelehnt sitzend - mit einer Mischung aus Naivität und anmutiger
Lässigkeit ansieht, bietet meiner Meinung nach eine andere Sichtweise
des häuslichen Mannes, der Verführung im Alltag. Die etwas spielerischere
Version dieser Verführung ist der junge Mann mit den im Gürtel steckenden
Besteckteilen und dem Teller in der Hand.“
Service: „Landscape“ aus der Rosenthal studio-line; Design: Patricia
Urquiola; 2008
Teller: “TAC Dynamic” aus der Rosenthal studio-line; Entwurf der
Form: Walter Gropius (1969); Dekor: Rosenthal Creative Center (2007)
Besteck: „Dialog“ aus der Rosenthal studio-line; Design: Lino Sabattini;
1991; „Taille“ aus der Rosenthal studio-line; Design: Tapio Wirkkala;
1968
„Der Zirkusjongleur machte seine Nummer nicht wirklich gut, und gerade
das verleiht ihm Charme. Er zerbricht alles, es ist eine erhabene, fröhliche
Katastrophe. Feststimmung, so paradox es auch scheint. Das Spiel mit den Gläsern,
die ‚Menagerie de Verre’, das Stück von Tennessee Williams.
Warum? Ein Bild führt zum anderen.” Link:
Landscape auf www.rosenthal.de
Gläser: Glaskollektionen aus der Rosenthal studio-line
„Surface“ aus der Rosenthal studio-line; Design: Achim Haigis, 2007
„Atlas trägt eine mit Porzellanobjekten beladene Etagere, der Diskuswerfer
schickt sich an, eine Scheibe zu werfen: Die Ableitungen, das Hin- und Herwandern
zwischen Mythologie und Häuslichen sind sehr amüsant. Außerdem
haben sie durchaus Sinn!”
Service: „Zauberflöte Gold“ aus der Rosenthal studio-line;
Design: Björn Wiinblad; 1968
Glasvase: „Blockglas“ aus der Rosenthal studio-line; Design: Rosenthal
Creative Center; 2005
„Ich bin ein Sammler, ein Anhäufender; ich besitze mehrere Hunder ttausend
Bücher; ich liebe diese physische Beziehung zu den Werken. Häufig
finde ich mich in der Position eines jungen Mannes, mitten zwischen den Gegenständen
liegend wieder. Im Falle des jungen Mannes mag diese Pose ja schön sein…” Link:
Blockglas auf www.rosenthal.de
Porzellan: Rosenthal studio-line und Rosenthal classic
„Ich bin fasziniert von Masken. Daher ließ ich den jungen Mann
diese wunderschöne zeitgenössische kretische Vase tragen, als handle
es sich um eine Maske. Man muss unwillkürlich an einen Mutanten denken.
Ich mag Mutationen nicht, aber Schönheit hat immer auch mit Fremdheit
zu tun. “There is no beauty without some strangeness in the proportions.” (Es
gibt keine Schönheit, ohne etwas Befremdendes in den Proportionen.) Wir
leben im 21. Jahrhundert. Die Kriterien für Schönheit müssen
neu überdacht, neu betrachtet werden. Ich halte es in dieser Hinsicht
sehr mit Baudelaire: „Le beau est toujours bizarre” (Das Schöne
ist immer auch bizarr.“)
Vase: „Fast“ aus der Rosenthal studio-line; Design: Cédric
Ragot; 2007